FAQ (German)

The following list of questions concerning all the major worries for a German as to if and how to travel to the Philippines and what to expect from our wedding has been sent out by snail mail to all the Europeans and some Americans last week :-). Please tell me if you didn't get it.

-Jakob


zwei



1. Erst ein „Save the Date“, jetzt ein Brief – was kommt noch alles?

Nur noch die eigentliche Einladung in ein paar Monaten. Die ursprüngliche Idee war gewesen, ein paar wichtige Informationen der Einladung beizulegen, die aber aus verschiedenen Gründen so bald noch nicht verschickt werden kann und weil es für unsere deutschen Gäste gute Gründe gibt, nicht so lange mit der Planung zu warten, kommen nun schon mal diese FAQ.

2. Das sieht so lang aus – muss ich das wirklich alles lesen?

Viele Fragen sind nur für die Leute interessant, die nicht ohnehin ständig in den Tropen unterwegs sind und die neben den Hochzeitstagen noch individuellere Pläne haben. Ansonsten reicht vielleicht auch das Wichtigste in Kürze:

- Flüge buchen und Reisedaten an mich mailen.

- Am 21.8. ist Hochzeit, gefeiert wird aber 2 ganze Tage und   in der Woche danach ist eine gemeinsame Busreise zum Selbstkostenpreis geplant.

- Kosten:

- Flug: ca. 720€

- Pro Rundreisetag: ca. 30-35€

- Krankenversicherung nicht vergessen

- Reisepass reicht zur Einreise (4 Wochen kostenlos)

- in philippinischer Gesellschaft nach Möglichkeit nicht laut streiten

- für aktuelle Infos und kurz vor Abreise den Blog checken

Die Reise ist weit, der Zeitaufwand hoch und die Kosten nicht ganz unerheblich – umso mehr freuen wir uns natürlich riesig über jeden, der es nächstes Jahr tatsächlich zu uns auf die Philippinen schafft! Wir tun alles dafür, dass es ein rauschendes Fest wird und für jeden eine lohnende Reise in ein absolutes Traumland mit engem, familiärem Kontakt zu den super netten Filipinos sowie zahllosen kulturellen und landschaftlichen Eindrücken! It’s more fun in the Philippines!

3. Warum heiratet ihr überhaupt auf den Philippinen?

Für meine deutsche Familie und meine deutschen Freunde ist es aus visumtechnischen Gründen und aus Gründen der Währungswertigkeit einfacher, auf die Philippinen zu fliegen, als es für Carlas Familie wäre, nach Deutschland zu kommen. Außerdem planen wir, unsere nächsten paar Jahre in Manila zu verbringen.

4. Wo genau wird geheiratet?

Die Hochzeit selbst sollte zunächst am Strand stattfinden, da wir uns auch an Stränden kennengelernt und verlobt haben. Als aber der 21. August diesen Jahres eine kleine Flutkatastrophe brachte, die im Land zwar unangenehm, an der Küste aber geradezu gefährlich hätte werden können, wurden wir beide etwas nervös. Gesucht war also eine Örtlichkeit, die bei Fluten nicht überschwemmt und Indoor-Alternativen für Zeremonie und Dinner aufweist. Wir haben etwas sehr Cooles und Romantisches gefunden, groß genug für alle Gäste und alle Übernachter aber auch klein genug, dass wir es komplett mieten können und quasi unter uns bleiben. Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber wir sind schon zu 90% sicher mit der Location und veröffentlichen wahrscheinlich schon bald Details auf dem Hochzeitsblog.

5. Dann also völlig ohne Strand auf die Philippinen?

Nein! Die Strände der Philippinen gehören zu den schönsten der Welt und sollen auch in unseren Plänen nicht zu kurz kommen! Im August liegt halt alles am Wetter – Regenzeit bedeutet nicht, dass es unaufhörlich schüttet – der Normalfall sind eher sonnige Vormittage, angenehm bedeckt am sonst heißen Nachmittag mit einem kurzen Schauer am frühen Abend. Unsere grobe Idee ist es, nach der Hochzeit einen Tag im wunderschönen Stilts Resort in Catalagan, Batangas, zu verbringen, aber auch wenn es anders kommen sollte: Wir passieren viele traumhafte Strände, manche gut zum Surfen, manche gut zum Tauchen und Schnorcheln, alle gut zum Entspannen. Sobald das Wetter es erlaubt, werden wir diese besuchen. Eine Idee wäre auch eine Zeltübernachtung auf Magalawa, wohin man allerdings eine gute Stunde mit dem Boot unterwegs ist.

6. Warum überhaupt am 21. August in der Regenzeit?

Es musste ein Termin in dem schmalen Zeitfenster der gemeinsamen Sommerferien von Hessen und Baden-Württemberg sein, so dass sowohl meine Mutter Sonny als auch mein Onkel Thilo, der uns traut, beide kommen können. Der 21. August ist ein Donnerstag und ein philippinischer Feiertag. Da die Hochzeit mit Übernachtung geplant wird und wir möglichst viele Filipinos noch ein paar Tage auf die anschließende Rundreise mitnehmen möchten, bietet sich der 21. an, weil mit nur 2 Brückentagen (Freitag und Montag - Dienstag ist nämlich ein weiterer Feiertag) für die Filipinos ein besonders großes Zeitfenster für einen gemeinsamen Kurztrip mit den Deutschen entsteht.

Zur Taifunsaison: Die Unannehmlichkeit der Regenzeit wird von uns Deutschen häufig überschätzt – ich selbst lernte die Philippinen und auch Carla in der Regenzeit kennen und ich hatte traumhaftes Wetter und eine wunderbare Zeit. Vorzüge der Off-Season sind natürlich außerdem die Flugpreise und die Verfügbarkeit sowie die Übernachtungspreise von Hotels im Land selbst. Pläne einer Rundreise mit relativer Variabilität, wie wir sie haben, wären in der Hochsaison sogar fast zu riskant – im August aber völlig problemlos zu bewerkstelligen.

7. Ich höre immer Rundreise – was ist denn nun genau geplant?

Niemand möchte oder sollte nur für eine Hochzeit auf die Philippinen fliegen – die meisten werden die Reise mit einer Rundreise verbinden und unsere Idee ist es, dass wir das alle gemeinsam machen – das erhöht den Spass, spart Geld und wäre im Idealfall vor allem auch eine Gelegenheit für die beiden Familien, sich richtig gut kennen zu lernen! Unser Ziel ist es, dass sich die Deutschen in das Land verlieben und uns über die nächsten Jahr noch oft besuchen im Bewusstsein, dass sie auf den Philippinen viele Freunde und viel zu sehen haben.

Wir mieten einen Bus, der uns erst direkt von Manila bequem zur Hochzeit nach Laguna bringt und uns dann eine ganze weitere Woche zur Verfügung steht, so dass wir eine gemeinsame Rundreise durch die Hauptinsel Luzon unternehmen können. Wir teilen uns die Kosten für den Bus und steuern nur Ziele an, in denen es mit Sicherheit genügend Hotels und nach Möglichkeit auch Hotels unterschiedlichster Standards gibt, so dass jeder ein Zimmer passend zu seinen Ansprüchen findet. Wir kennen beide unser Luzon schon ziemlich gut und haben auch schon detaillierte Vorstellungen über die Route, aber da uns das Wetter mit etwas Pech tatsächlich einen Strich durch die Rechnung machen könnte, möchten wir uns nicht auf allzu viele Ziele durch vorreservierte Hotels festlegen – das ist auf den Philippinen und vor allem in der Nebensaison auch überhaupt nicht notwendig. Manila, Calamba, Banaue, Sagada, Vigan, Santa Cruz –in all diesen Ortschaften und vielen weiteren wäre ein spontaner Besuch problemlos möglich, selbst wenn ein einzelnes Hotel zu klein für alle sein sollte oder jemandem von Kosten- oder Komfortseite nicht passt.

8. Irgendwas mit Walhaien auf dem Programm?

Tauchen mit Walhaien, der Party-Traumstrand Boracay, der gefährliche Aufstieg zum Mayon-Vulkan, die Schiffswracks von Coron, die James-Bondartige Kalksteininsellandschaft von El Nido, Olongapo, die Heimatstadt der offiziell zweitschönsten Filipina und amtierenden Miss World Megan Young, der unter Weltnaturerbe stehende Untergrundfluss von Sabang – die Philippinen bieten noch etliche weitere Highlights, die allerdings nicht in jedermanns Budget passen und deshalb besser individuell besucht werden. Carla und ich helfen gerne bei Planungen – das meiste – sogar eine Flugbuchung – kann direkt vor Ort organisiert werden. Für viele scheint es eine attraktive Idee zu sein, eine Woche mit der Gruppe zu reisen und sich ohne größeren Organisationsaufwand an das Land zu gewöhnen und dann noch selbst ein bisschen loszuziehen. Auch sehr empfehlenswert ist es, eine Philippinenreise mit ein paar Tagen in Hongkong zu verbinden – dazu am besten den Europaflug nach Hongkong buchen und Verbindungsflüge auf die Philippinen zum Beispiel mit Tiger Airways (Clark), Cebu Pacific, Zest, Airasia oder Pal Express dazuzubuchen – das sind alles gute asiatische Billigairlines. Mit Airasia sind auch empfehlenswerte Zwischenstopps in Kuala Lumpur, Bangkok oder Singapur möglich. Da die Philippinen ganz im Osten Südostasiens liegen, bedeuten die meisten Kombinationsreisen keine großen Umwege und bei geschickter Buchung auch wenig nur Aufpreis (Visumsregelungen sind aber in einigen Ländern anders (v.A. Vietnam, Burma oder Indien)). Südostasiatische Kulturschätze und Tempelanlagen findet man in Thailand, Vietnam und Indonesien und die erstaunlichste und weltweit unübertroffene Sehenswürdigkeit für Kulturfans ist natürlich Angkor Wat im coolen Siem Reap in Kambodscha. Besonders liebenswert sind die Laoten am ruhigen Mekong und Tropenfans könnten sich überlegen, einen günstigen Airasia-Kurztrip ins Regenwaldparadies Borneo einzuplanen – der Flug hierhin ginge von Manila nach Kota Kinabalu (Malaysia).

Aber das schönste Land von allen sind natürlich die Philippinen und wer es stressfrei mit der Buchung möchte kommt einfach zu unserer Hochzeit und lässt sich in der Zeit vor oder nach dem gemeinsamen Trip noch ein bisschen durch das Land treiben.

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9. Wann sollte ich den Flug buchen?

Die Flüge gehen meist über Mittelost, weil Dubai, Abu Dhabi, Qatar, Riyadh und Kuwait von beiden Richtungen hoch-frequentiert angeflogen werden: Für Europäer gewinnen die Länder in letzter Zeit an touristischer Relevanz und für Filipinos bieten sie attraktive Auslandsarbeitsplätze. Die Mittelostairlines sind außerdem die besten der Welt und Umsteigezeiten meist moderat. Günstige Verbindungen bietet auch Vietnam Airlines und seit neuestem gibt es erstmals seit Jahrzehnten auch wieder Direktflüge von Manila nach Europa (Philippine Airlines nach London und Paris).

Am besten einen Preisvergleichservice wie checkfelix.at oder billigerfliegen.de benutzen und dann ein bisschen mit den Daten rumspielen. Auf checkfelix kann man auch nach besonders attraktiven Gabelflügen suchen (z.B. FRA-HKG, MNL-FRA). Die Preisentwicklung hat für Augustflüge nach Asien angeblich ein statistisches Optimum im Frühjahr 2014, aber so spektakulär waren die Preisanstiege für die darauf folgenden Monate in den letzten Jahren eigentlich nicht. Ich selbst habe häufig schon ohne nennenswerten Aufpreis Flüge extrem spät gebucht – mitunter am Tag des Abflugs – aber bei fixen Terminen auf den Philippinen ist das vielleicht weniger empfehlenswert. Wer sicher gehen möchte, bucht im Zeitraum Dezember bis Februar. Flüge um 750€ sind nicht zu teuer und alles unter 680€ ist wirklich gut! Im Moment gäbe es z.B. 19.8. – 11.9. für 767€ über Qatar. Ich habe schon etliche Flüge gebucht und helfe jedem gerne.

Manchmal ergeben sich auch Städtekurztrips aus längeren Umsteigezeiten – ein paar Stündchen in Dubai genügen zum Beispiel schon für einen Blick aus nächster Nähe auf das beeindruckende Burj Khalifa oder eine Monorailfahrt zur Palmeninsel – solche Möglichkeiten unbedingt nutzen!

10. Was für ein Visum brauche ich?

Für Deutsche gibt es auf den Philippinen seit neuestem 4 Wochen Aufenthalt kostenlos bei Anreise. Einzig das Vorhandensein eines gültigen Rück- oder Weiterflugtickets wird überprüft und der Reisepass muss ab Rückreise noch 6 Monate gültig sein. Eine 4-wöchige Verlängerung kann direkt bei Ankunft am Flughafen erledigt werden (Immigration-Officer fragen) oder auch in entsprechenden Büros in Makati und Manila – diese erste Verlängerung kostet ca. 60 Euro. Für einen noch längeren Aufenthalt lohnt es sich ein halbjähriges Multiple-Entry-Visum in der philippinischen Botschaft in Frankfurt zu besorgen und dann alle 2 Monate kurz auszureisen.

Bei Ausreise sind für jeden noch einmal 550 Pesos (10€) Terminaltax am Flughafen fällig, die man noch im Geldbeutel haben sollte.

11. Was für ein Budget sollte ich einplanen?

Für eine Übernachtung auf den Philippinen habe ich schon alles zwischen 1.20€ und 30€ bezahlt. Spitzenhotels können auch teurer sein, aber wer es günstig möchte und sich zum Beispiel an einem Gemeinschaftsbad oder fehlender Aircon nicht stört, kann realistischerweise mit 6-12€ pro Nacht rechnen. Das günstigste Essen gibt es in Turoturo-Restaurants auf der Straße, wenn diese aber mal keinen besonders guten Eindruck machen, sind westliche und philippinische Fastfood-Ketten mit internationalen Hygienestandards eine günstige und allgegenwärtige Alternative. Wer 10€ aufwärts in ein Abendessen investieren möchte, befindet sich schon in der gehobenen Kategorie und findet – vor allem in Metro-Manila – ausgezeichnete Restaurants. Kosten für Transport werden durch gemeinsames Reisen möglichst gering gehalten und Eintrittsgelder in Museen oder Nationalparks sind international und nicht zu hoch. Eine 20-minütige Taxifahrt in Manila kommt meist auf ca. 3€, für Pfennigbeträge stehen alternativ Jeepneys, Busse und Metro zur Verfügung. 4€ für ein gutes Kino, 2€ für einen Haarschnitt, 5€ für eine einstündige Massage, 40 Cent für eine große Wasserflasche im 7eleven, 80 Cent für ein Kilo Wäsche – eine realistische Schätzung wären 30-35€ pro Reisetag bei den moderat preisbewussten und höchstens 60€ bei denen, die es krachen lassen!

Die gemeinsamen Kosten für den Bus werden nach Möglichkeit direkt bei Busabfahrt in Manila bezahlt. Wir haben hier noch keine endgültigen Preisvorstellungen – es hängt auch von der tatsächlichen Teilnehmerzahl ab. Für die Tageskostenschätzung von ca. 30€ wurde mit 12€ für den Bus kalkuliert – das ist vielleicht sogar etwas zu großzügig geschätzt – am Ende könnte es billiger kommen. Wir möchten es vermeiden, im Voraus schon das Geld sammeln zu müssen, aber wenn die Busfirmen auf hohe Anzahlungen bestünden, bliebe uns wohl nichts anderes übrig – Details hierzu folgen auch auf dem blog und ggf. per Rundmail.

12. Welche gesundheitlichen Risiken gibt es?

Hepatitis-Impfungen könnten in der dritten Welt bei längerem Aufenthalt oder mehrtätigen Wanderungen sinnvoll sein, außerdem Typhus und Tetanus. Eine Reiseversicherung (im Internet buchbar) ist auf jeden Fall empfehlenswert. Malariaprophylaxe wäre für die Philippinen bestimmt übertrieben – im sehr unwahrscheinlichen Fall eines Verdachtfalls ist auch eine akute Behandlung möglich. Ein realistischerer Grund, sich vor Ort vor Moskitos zu schützen, ist da schon eher das Dengue-Fieber, das meist aber auch erst nach mehrmaliger Infektion gefährlich wird. Antibiotika, Aspirin, Reisekaugummis, Kohletabletten und Sonnenschutz-Lippenstift empfehlen sich für die Reiseapotheke. Sonnencreme sollte man auch besser nicht vor Ort kaufen, weil sie in den Philippinen meist Bleichmittel enthält und nichts unter Faktor 50 zu haben ist. Ein antiseptisches Mittel für offene Wunden ist gut und Autan gegen Moskitos. Tampons gibt es auf den Philippinen übrigens nicht und müssen mitgebracht werden. Wer längere Dschungelwanderungen plant trägt am besten hohe Schuhe und lange Hosen gegen Schlangen. Eine kleine Magenverstimmung wird für viele nicht vermeidbar sein, der Jetlag ist spürbar – vor allem am Rückweg – und in Busse oder Kinos sollte gegen die Klimaanlage immer etwas langes oder eine kleine Decke mitgenommen werden, sonst erkältet man sich schnell. An heißen Tagen ist ein kleines Handtuch im Handgepäck gut und Babypuder hilft gegen starken Schweiß. Natürlich immer viel trinken in der Hitze und bei Bewölkung einen kleinen Schirm einstecken.

Auf der gemeinsamen Tour entfernen wir uns nie zu weit vom nächsten Krankenhaus und vor allem in den größeren Städten ist die medizinische Versorgung auf westlichem Niveau.

13. Sonstige Risiken?

Nirgends ist die Dritte Welt so sicher wie in Südostasien – das liegt daran, dass es hier viel weniger Drogen, Waffen und zusammenhängende Bandenkriminalität gibt als in Afrika oder Lateinamerika. Die Entführungsgeschichten, die der ein oder andere vielleicht über die Philippinen kennt, stammen aus dem Süden des Landes, wohin wir auf der Rundreise nicht kommen werden. Auch bei individuellen Plänen ist Mindanao zurzeit sicher keine besonders gute Idee wegen dem Bürgerkrieg – das ist aber alles von Manila ganz weit entfernt und beruht auf religiösen Unruhen, die es im weitgehend homogen katholischen Luzon nicht gibt. Schon einfachste Verhaltensregeln des gesunden Menschenverstandes minimieren die Risiken auf den Philippinen enorm: Nachts sollte man nicht durch enge, menschenleere Gassen streifen (bei Verlaufen am besten mit dem Taxi direkt zurück ins Hotel), ohne Guide sollte man in sehr ländlichen Gegenden nicht zu weit wandern, vorm Baden sollte man nach Strömungen fragen oder sich an den Badegewohnheiten der Einheimischen orientieren, von übertrieben freundlichen oder aufdringlichen Fremden sollte man sich nicht auf Getränke einladen lassen, die „Vergnügungsviertel“ von Makati Avenue oder Malate sollte man vielleicht besser meiden, sich nicht auf grüne Ampeln verlassen, nicht aus fahrenden Jeepneys springen (einfach „para“ rufen und der Fahrer hält kurz an) und bei emotionaler oder körperlicher Aufgewühltheit sollte man es ruhig angehen und erst mal eine Cola trinken.

Eine Gangart, als ob man genau wüsste, wohin man unterwegs ist, hilft gegen ohnehin eher seltene Aufdringlichkeiten. Ein gutes Vertrauen in die eigenen, intuitiven Menschenkenntnisse und ein möglichst freundliches Lächeln sind allgemein die wichtigsten Attribute jedes Travelers.

14. Was soll ich mitbringen?

Für die Woche mit der Familie kann es auch ein Koffer sein – bei abenteuerlicheren individuellen Plänen am besten mit dem Rucksack anreisen. Sportutensilien können überall ausgeliehen werden – eine Stirnlampe ist aber empfehlenswert. Feste Schuhe sind nicht schlecht und zumindest ein Outfit mit leichter, langer Kleidung wäre schon gut – in einigen Malls fühlt man sich in Shorts und Flipflops hoffnungslos underdressed.

Fotoutensilien sind natürlich Gold wert, selbst wenn für die Hochzeitsbilder ein Fotograf zur Verfügung steht und man sich dort – vor allem während der Zeremonie – am besten etwas zurückhält.

15. Wie kann ich bezahlen?

Normale EC-Karten mit maestro-Symbol werden auf Luzon so gut wie überall akzeptiert. Wer individuell noch etwas weiter in die Pampa reisen möchte, kann zur Sicherheit eine Kreditkarte mitbringen. Einige (schweizer) Banken möchten vor Abreise über die Reisepläne informiert werden und schalten erst auf Anfrage ausländische Geldautomaten frei. Auf Rucksackreisen trägt man seine Geldkarten am besten an verschiedenen Stellen am Körper (z.B. ein Geldbeutel mit Kreditkarte und Kleingeld und eine Seiden-Gürteltasche mit EC, ein paar 20€-Scheinen und den großen philippinischen Banknoten). Am Automat am besten jeweils den Maximalbetrag ziehen (10.000 Pesos = ca. 200€), weil pro Abhebung fixe Kosten entstehen (je 4€).

16. Kann ich euch als Reiseveranstalter wirklich trauen?

Es stimmt schon – eine so große Rundreise wie sie uns vorschwebt, haben wir beide noch nie organisiert und wir können für ein völlig problemfreies Gelingen natürlich nicht hundertprozentig garantieren – aber zum Glück haben wir einen Profi in der Familie: Carlas Schwester Annie ist Reiseveranstalterin und steht uns beiden kostenlos für die wichtigsten Fragen zur Verfügung. Wir kennen alle Ortschaften, die wir ansteuern und sind uns sicher, dass für jeden überall schnell eine passende Pension und ein gutes Restaurant gefunden wird. Letztendlich muss sich aber jeder bewusst sein, dass wir uns in der dritten Welt befinden und dass irgendeine nervige Kleinigkeit immer mal schief gehen kann völlig unabhängig davon mit wem man unterwegs ist.

17. Ich will kommen! Was müsst ihr von mir wissen?

Eure genauen Reisepläne zu erfahren wäre sehr hilfreich. Nach der Buchung einfach gleich über die Reisedaten Bescheid sagen oder die Buchungsbestätigung forwarden. Kurz mit mir die Kompatibilität eurer individuellen Pläne mit unserer Vorstellung für die Hochzeit abgleichen – darum wäre ich dankbar. Natürlich muss niemand auf unserer Busreise mitkommen. Wer neben den beiden Hochzeitstagen völlig eigene Pläne hat, sagt einfach Bescheid. Es soll sich aber jeder bei der Rundreise willkommen fühlen – es wird nicht nur Familie im Bus sitzen – Einladungen wurden mit Rücksicht auf Peer-Gruppen versandt.

 18. Was soll ich euch zur Hochzeit schenken?

Euer bloßes Erscheinen ist uns – angesichts der weiten Entfernung – schon Geschenk genug! Wer trotzdem noch etwas auf den Geschenketisch legen möchte, der sollte wissen, dass in diesem Fall wohl Bargeld das beste Geschenk wäre. Zum einen ist es einfach zu handhaben im Gepäck und zum andern haben wir den etwas spießigen Traum eines eigenen Garagenstellplatzes, den wir uns im Executive Tower 1 in Dela Rosa, Makati, wo wir uns schon eine kleine Eigentumswohnung gekauft haben, noch dazufinanzieren möchten. Und auf die ersten Kinder möchten wir auch nicht allzu lange sparen müssen.

19. Wie kann ich mich auf den Philippinen verständigen?

Die drittgrößte englischsprachige Nation – so bezeichnen sich die Filipinos gerne selbst. Tatsächlich ist eine Situation, in der man mit einfachem Englisch auf der Hauptinsel Luzon nicht mehr weiter kommt, nur schwer vorstellbar. Auch auf südlicheren Inseln hatte ich noch keine großen Schwierigkeiten – das liegt auch an den vielen philippinischen Dialekten, die es selbst für Einheimische notwendig machen, bei Inlandsreisen aufs Englische zurückzugreifen. Dadurch, dass man sich mit fast jedem also prima verständigen kann, geht ein bisschen der Charme des festländischen Südostasiens verloren – viele sind von der Herzlichkeit der Thais oder Laoten gerührt, die einem ohne große Worte eine Banane in die Hand drücken – die Filipinos – werdet ihr sehen – sind genauso lieb, nur erwarten sie mitunter etwas mehr Information über eure Herkunft und eure Liebe für ihr Land.

20. Wie sollte ich mich auf den Philippinen verhalten?

Vor allem zwei unrühmliche Vorurteile haben die Filipinos über uns Europäer: Dass wir laut sind und dass wir stinken. Dass unsere normalen, hormonellen Duftnoten von Asiaten meist als unangenehm empfunden werden, hat sicher hochinteressante evolutionsbiologische Ursachen und dagegen hilft nur eine erhöhte hygienische Empfindlichkeit und Deo. Aber gegen unseren Ruf laut und streitsüchtig zu sein, können wir alle prima arbeiten, indem wir unsere Hemmschwelle, uns bei Meinungsverschiedenheiten lautstark auszutauschen, etwas hochschrauben. Aus dem asiatischen Raum kennen viele das Prinzip des „verlorenen Gesichts“ und man sollte auch bedenken, dass neben dem eigenen Ruf auch der des einladenden Gastgebers (also von mir) auf dem Spiel steht. Natürlich sind die Filipinos nicht blind gegenüber kulturellen Unterschieden (und auch wegen unseren vergleichbaren religiös-kulturellen Wurzeln sind wir nicht einmal so verschieden) und sie passen ihre Ansprüche an die erwartbare Umgangsform ebenso sehr an uns an, wie wir es mit ihnen tun – aber ein grundsätzlicher Vorsatz des respektvollen Umgangs schadet uns allen sicher nicht. Damit ist nicht lautes Lachen oder betrunkenes Geschichtenerzählen gemeint, sondern nur eine laut geäußerte Meinungsverschiedenheit – die wird tatsächlich vielleicht anders verstanden als sie gemeint ist, sogar wenn die Filipinos selbst nicht adressiert werden.

Vielleicht lässt sich dem natürlichen Konfliktpotential, das bei einer 30-köpfigen Rundreise völlig normal und erwartbar ist, am besten begegnen, wenn sich jeder bewusst ist, dass die anderen vielleicht verschiedene Erwartungen an die Reise haben und nicht jeder immer voll auf seine Kosten kommen kann. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich sicher, dass jeder noch etwas Zeit für seine eigene Reise mitbringt und dann individuelle Schwerpunkte nach oder vor der gemeinsamen Zeit setzen kann.

21. Irgendwelche Literaturtipps zur Einstimmung?

Mehr noch als zum Beispiel die hochintellektuellen Schriften des in Calamba (Heimatort Carlas) geborenen und in Heidelberg studierten philippinischen Nationalhelden, Revolutionsführers und Vordenkers Jose Rizals bieten sich zur Einstimmung vor allem Filme an. Für ein relativ kleines und armes Land, haben die Philippinen eine erstaunlich reiche und bemerkenswerte cineastische Kultur – Quentin Tarantino ist großer Fan des philippinischen Films, hält ab und an Vorträge an der Kunstakademie Manilas und hat mit seinem „Kill Bill“-Epos ein populäres Remake eines philippinischen Klassikers geschaffen. Neben diesen sehenswerten Filmen, die bei uns manchmal nachts untertitelt auf arte laufen, die in Manila aber während der zwei großen jährlichen Filmfestspiele sämtliche Kinoprogramme beschlagnahmen, schauen die philippinischen Titas, Lolas und Yayas gerne Telenovelas und die große Hit-Castingshow ist zur Zeit „The Voice“. Wer ein Zimmer mit TV nimmt kann nächstes Jahr mal durchzappen – sehr aufschlussreich! Außerdem gibt es die normalen US-Sender auch fast überall – HBO, tmc und wie sie alle heißen.

22. Irgendwelche empfehlenswerten Reiseführer?

Der sehr gute Lonely Planet Philippines wurde auch in der aktuellen Version noch immer nicht ins Deutsche übersetzt und ist für 18€ zu haben. Für vergleichbar reisenützliche Tipps gibt es eigentlich keine nennenswerte deutsche Publikation. Die große Zeit der Reiseführer neigt sich aber auch ohnehin dem Ende – Abenteuer planen die heutigen Traveller eher über Tripadvisor und vor allem das soziale Netzwerk Couchsurfing.org, wo auch immer prima Touren organisiert werden, denen man sich einfach anschließen kann. Wer ein Profil eröffnet und von mir empfohlen werden möchte, kann sich gerne melden.

drei


23. Muss ich mit Stäbchen essen?

Nein – auf den Philippinen wird meist mit Gabel und Löffel gegessen (selbst wenn ein Schweinerippchen auf dem Teller liegt), Messer können zusätzlich aber auch immer aufgetrieben werden. Auf dem Land isst man auch manchmal mit der Hand – wie in Indien: mit den drei mittleren Fingern der rechten Hand eine Art Löffel bilden und dann mit dem Daumen derselben Hand alles stilvoll in den Mund schieben.

24. Ist das Essen nicht furchtbar scharf?

Auch nicht – unsere beiden Länder sind, sag ich immer, kulinarisch sehr kompatibel. Die dominante Proteinquelle ist Schwein oder Hähnchen. Die Würste (Longanisa) wurden von den spanischen Kolonialisten inspiriert und das Barbecue und die Burger stammen aus der Zeit amerikanischer Präsenz. Nicht jeder will wahrscheinlich die gekochten Entenembryos probieren (Balut) oder das gehackte Schweinegesicht (Sisig). Eine Suppe aus Blut und Kokosmilch ist außerdem noch etwas gewöhnungsbedürftig. Am einfachsten bestellt es sich in Turoturo Restaurants (die ganz billigen an der Straße), weil hier in alle Töpfe geschaut werden darf und eine Auswahl am besten errochen wird. Die Nähe zum Meer sollte man nutzen und kräftig Shrimps, Tintenfisch und vor allem den feinen – aber grätenreichen – Tilapia (eine Barschart) genießen. In einem Turoturo habe ich mal Hummerschwänze für 70 Cent das Stück entdeckt – habe sofort den ganzen Topf leer gegessen, so sehr hab ich mich gefreut. Wenn man eine Küche zur Verfügung hat, kann man auf dem Palenque oder im Supermarkt einkaufen. Vegetarismus ist übrigens auch kein großes Problem, wird von Filipinos aber manchmal ungläubig belächelt. An der Straße entdeckt man ab und an einen Verkäufer mit ein paar frischen Krabben. Das Dessert Halohalo sollte probiert werden – das heißt übersetzt „mix mix“ und entsprechend muss man erst mal ein paar Minuten im Becher rumstochern bis die ganzen Leckereien unter dem Eisschnee zum Vorschein kommen. Zum Frühstück mag ich am liebsten Spiegelei mit Tocino – das ist ein mageres Schweinefleisch, das in Sprite, Zucker und Knoblauch mariniert wurde – ein ungewöhnlicher aber köstlicher Geschmack! Auch sehr gut: Beef Tapa.

Wie die älteren Leute bei uns mit der Verschwendung von Brot etwas empfindlich sind, könnten ein paar Filipinos in den günstigeren Restaurants etwas Anstoß daran nehmen, wenn allzu viel Reis unangerührt zurückgeht.

25. Gibt es ein weiteres Manila, beispielsweise in Kanada, das bei der Flugbuchung mit dem Original verwechselt werden könnte?

Nein.

26. Sollte ich privat bei Postauslieferungen helfen?

Nein.

27. Ich komme nur mit einer Wahrscheinlichkeit von x Prozent

Ab- oder Zusagen besser spät und dafür definitiv! Erst wenn der Flug gebucht wurde (oder werden soll) oder der August auf andere Weise verplant ist, sollten wir informiert werden. Es besteht auch keine besondere Eile – an den Plänen wird bis April wahrscheinlich noch gar nicht groß geschraubt, weil ich zumindest bis dahin noch in Deutschland wohne und Carla in den nächsten Wochen beruflichen Dauerstress zu erwarten hat.

28. Wo verbringe ich meine erste Nacht?

Wer spät in Manila ankommt, möchte vielleicht schon ein erstes Hotel reservieren. Wählt man Makati, ist man ganz in unserer Nähe, die Traveller Szene trifft sich in den günstigen Hostels von Malate, Spitzenhotels finden sich in Fort, Ayala Avenue und in Küstennähe am Roxas Boulevard (dessen Promenade zwischen amerikanischer Botschaft und dem Vergnügungspark Star City auch toll ist für Sonnenuntergänge). Wer von uns nicht abgeholt werden kann oder möchte, der nimmt am besten ein Taxi. Wenn man aus dem Flughafengelände marschiert und ein weißes Taxi erwischt, zahlt man nur die Hälfte. Mit dem Fahrer sollte man sich nicht auf Verhandlungen einlassen – wenn er das Taxometer auch nach deutlicher Bitte tatsächlich noch immer nicht einschalten möchte, steigt man aus und hält das nächste Taxi an.

Carlas Schwester könnte uns mit etwas Glück sogar helfen ein, zwei tageweise vermietete Wohnungen zu besorgen – dann wäre eine besonders bequeme, zentrale und günstige Unterkunft möglich. Gerne melden, wenn daran Interesse besteht.

Manila darf von Drittweltneulingen in seinem Chaos nicht unterschätzt werden – manche werden ein bisschen Zeit zur kulturellen Akklimatisierung benötigen. Wer das Chaos nicht sucht, lässt sich am besten von uns empfangen und in ein gemütliches Hotel bringen - schon zur Hochzeit in Laguna wird’s dann auch gleich viel übersichtlicher. Wird man von uns beiden abgeholt, muss man das Flughafengebäude komplett verlassen, weil wir von außen nicht ohne Ticket rein dürfen. Genaue Treffpunkte machen wir dann aus, wenn wir euer Terminal kennen.

29. Woher kennt ihr euch überhaupt und wie kommt ihr darauf zu heiraten?

Wer so viel von uns noch nicht gehört hat, sei auf unseren Hochzeitsblog verwiesen – nur ganz kurz: Wir haben uns auf meinem ersten Philippinentrip (2010) beim Reisen kennengelernt, auf einem Boot in El Nido, Palawan, waren in den folgenden Jahren in ganz Südostasien und schließlich auch in Europa unterwegs und verbrachten auch meine Semesterferien nach Möglichkeit gemeinsam.

30. Warum bleibt ihr nach der Hochzeit auf den Philippinen?

In Stein gemeißelt ist noch nichts, aber grundsätzlich ist es unsere Idee, zumindest die nächsten paar Jahre in Manila zu leben – hängt natürlich auch davon ab, ob ich mich beruflich etablieren kann in dem fremden Land (sieht aber bisher ganz gut aus). Für die Philippinen spricht, dass Carla viel patriotischer ist als ich und dass die sprachlichen Hürden in diese Richtung viel geringer sind und dass die meisten unserer gemeinsamen Freunde dort wohnen. Außerdem, finde ich, sollte man der dritten Welt nicht einfach die ganze Bildungselite wegheiraten.

31. Wurden diese Fragen tatsächlich hoch frequentiert gestellt?

Natürlich nicht – ich hätte es auch „freely made-up questions“ (fmq) nennen können – soll nur ein erster informativer Überblick sein, für alle die es tatsächlich in Betracht ziehen zu unserer Hochzeit zu kommen – und wir hoffen, dass das viele sind! Sollten nun Fragen entstehen, die dann tatsächlich häufiger gestellt werden, beantworte ich noch mal alles hier auf dem Blog.

Wir freuen uns beide wahnsinnig auf den nächsten August, auf euch und darauf, endlich zusammen zu bleiben! Wir sind beide zuversichtlich, dass selbst für den Fall eines wettertechnischen oder drittweltchaotischen Problemchens während der Reise die guten Eindrücke von dem wunderschönen Land bei allen bei weitem überwiegen werden! Familie bedeutet alles auf den Philippinen – sie ist soziales Sicherheitsnetz, Altersvorsorge und wichtigste peer group und schon deshalb können wir es kaum erwarten, dass unsere beiden Familien sich endlich und ausgiebig kennenlernen!

Ganz liebe Grüße

Carla und Jakob


eins

 

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